Von Politik 2.0 wenig Spur

Die SZ mausert sich langsam wirklich zu meiner absoluten Lieblingszeitung. Ein gewisser Herr Simon Feldmer schrieb am 20. April 2008 einen Artikel über deutschsprachige Politblogs. Sein Ergebnis:

Von Politik 2.0 wenig Spur: Die politische Debattenkultur ist in Deutschland bisher nicht im Internet angekommen.

Natürlich muss jeder “gute Autor” seine Aussagen begründen. Darum kommt der “Elektrische Reporter” Mario Sixtus zu Wort, laut dem es zwar eine politische Dimension von Blogs gebe, diese sich aber vorwiegend auf Fragen der Netzpolitik, auf Datenschutz oder die Diskussion um Vorratsdatenspeicherung beziehe.

Daraufhin stellt Feldmer folgende Frage, die meiner Meinung nach widerspiegelt wie wenig man bei der SZ recherchiert.

Aber weshalb gibt es in Deutschland kaum eine Blogger-Stimme, die dezidiert Position bezieht?

Zum Glück gibt es ja den “Experten” Sixtus, der dem unwissenden Feldmer weiterhilft.

Das Bloggen ist ein Spiegel der allgemeinen gesellschaftlichen Entpolitisierung.

Aber was ist schon ein “Experte”, wenn man zwei haben kann. Und dann sogar einen Politikwissenschaftler. Also wird auch ein gewissen Herr Christoph Bieber zitiert:

Es gibt in Deutschland keine nennenswerte politische Weblog-Kultur.

Falls sie, Herr Feldmer, bei ihrer nächsten “Recherche” auf diesen Blog hier stoßen sollten, dann muss ich ihnen unbedingt etwas mit auf den Weg geben: Bewegen sie ihre Augen etwa 5cm nach rechts, in die Sidebar. Dort finden sie deutschsprachige Politblogs.

[via Politblog.net]

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3 Responses to “Von Politik 2.0 wenig Spur”

  1. tgfx Says:

    Du zerteilst dir den Text aber auch so wie du ihn brauchst ^^

    [quote]
    Aber weshalb gibt es in Deutschland kaum eine Blogger-Stimme, die dezidiert Position bezieht? [b]Ein Weblog, das soziale oder globale Themen so diskutiert, dass sie auch außerhalb des Bildschirmformates wahrgenommen werden?[/b]
    [/quote]

    Weiter:
    [quote]In Amerika mischen sich Webportale und Blogs wie die Huffington Post, DailyKos.com, Moveon.org oder Talking points memo in die politische Meinungsbildung ein. Bereits im Jahr 2002 musste der republikanische Senator Trent Lott wegen kritischer Sätze zur Rassentrennung, die zuerst von Bloggern aufgegriffen wurden, zurücktreten.
    [/quote]

    Bei den jetzigen deutschen Blogs kann man noch nicht wirklich von Breitenwirkung reden - oder?
    Stellt sich die Frage, ob die Blogs einen zu geringen Beitrag leisten oder die Internet-User zu desinteressiert sind …

  2. tgfx Says:

    damn, der Komment oberhalb lässt sich nicht mehr editieren -.-

    Dass politisch-kritische Blogs totgeschwiegen werden verwundert micht allerdings garnicht…!

  3. Colognepaulista Says:

    Gut, daß Du weiter der SZ auf die Finger schaust. Unseren großen Zeitungen und Zeitschriften muß man allgemein und insbesondere bezüglich der Beiträge zum Internet wirklich mit Mißtrauen begegnen. Das Internet ist ein Medium, mit dem sie immer nich nicht nicht zurecht gekommen sind. Da ist es natürlich sinnvoll für sie, das Internet als Tummelplatz von Belanglosigkeiten, Pornographie und Kriminellen darzustellen, das vom Staat überwacht und reguliert werden sollte. Würde es als Medium einer politischen Öfffentlichkeit anerkannt, ware es natürlich verfassungsrechtlich wesentlich schwerer, repressiv gegen das Internet vorzugehen.

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