Larry hatte schonmal darüber geschrieben, aber es gibt Neuigkeiten zum Thema.
Es ist fast sieben Jahre her seit - in den Wochen direkt nach 9/11 - Anthrax-Pulver, welches durch die Post versandt wurde, fünf Menschen tötete, die Leben von zwei demokratischen Senatoren bedrohte und einen panischen Kongress in die Verabschiedung des sog. Patriot Act stupste.
In der Zwischenzeit blieb nicht nur der Killer auf freiem Fuß, auch Fehler in der Untersuchung hatten große negative Konsequenzen. Erst letzten Monat stimmte das Justizministerium der Vereinigten Staaten zu, dem ehemaligen Biowaffenexperten Stephen Hatfill 4,6 Millionen Dollar zu zahlen, um ein Gerichtsverfahren abzurechnen, welches er gegen das Justizministerium, das FBI und den ehemaligen Attorney General John Ashcroft geführt hatte, weil diese sein Ansehen und seine Karriere zerstört hatten, indem sie öffentlich behaupteten Hatfill sei in den Vorfall verwickelt gewesen.
Des weiteren wies Glenn Greenwald darauf hin, dass ABC News im Jahr 2001 mit Falschinformationen, durch “gut platzierte Quellen” (vermutlich Offizielle der Bush-Administration), gefüttert wurde, welche eine Verbindung zwischen dem Irak und Anthrax herstellten. Diese erfundene Verbindung wurde von pro-Krieg Cheerleadern häufig zitiert.
Am montägigen White House briefing fragte Eric Brewer, ob Präsident Bush mit dem Fortschritt der Untersuchung zufrieden sei. Pressesprecherin Dana Perino antwortete, dass sie noch nicht einmal wisse, ob er über Neuigkeiten informiert worden wäre.
Hier ist das Gespräch zwischen den beiden:
Q Is the president satisfied with the progress of the investigation into the anthrax attacks?
MS. PERINO: I don’t know if he has had an update on it. But obviously this is something that the FBI is doing. We don’t do the investigation from the White House.
Q Well, is he following the progress?
MS. PERINO: You know, I’m sure he — he gets updated by Director Mueller once a week on a variety of issues. And if that comes up, I’m sure he gets an update.
Q You don’t know if he’s satisfied with the progress?
MS. PERINO: I don’t.
Brewer dachte das es wichtig sei, dass Weiße Haus an die Anschläge zu erinnern, weil der Präsident die Anschläge bei der diesjährigen State of the Union address komplett vergessen zu haben schien, als er sagte:
We are grateful that there has not been another attack on our soil since 9/11.
Die Anthrax-Briefe wurden am 18. September und am 19. Oktober 2001 abgestempelt, ein bis vier Wochen nach 9/11. In seiner Radio-Ansprache, am 3. November 2001, nannte Bush die Briefe “eine zweite Welle von Terroranschlägen” und versprach das “wir diese Verbrechen lösen werden, und wir werden die Verantwortlichen bestrafen”.
Aber bereis wenige Monate später, begann das Weiße Haus die Leute hinzuhalten. Als der damalige Pressesprecher des weißen Hauses, Ari Fleischer, am 25. Februar 2002 über die Geschwindigkeit der Ermittlungen gefragt wurde, antwortet er:
The President would like to get this, obviously, resolved as quickly as is possible. The pace of justice is a methodical one…the President believes the FBI is doing a good, solid job.
Die Frage wurde bei den Briefings des weißen Hauses für die nächsten drei Jahre nicht mehr gestellt, bis ein Reporter Scott McClellan fragte:
Why have we not found the person or persons responsible for the anthrax attacks of 2001?
McClellan antwortete:
That’s a matter that remains a priority. It remains under investigation. The FBI continues to pursue it.
Es ist also unglaublich das die Sprecherin des weißen Hauses, nach drei weiteren Jahren, nur sagen kann: “If that comes up, I’m sure he gets an update.” Und nicht etwa “er glaub das FBI macht gute Arbeit” oder “diese Angelegenheit bleibt Priorität”, nur “wenn es aufkommt, bekommt er ein Update”.
Das ein einfach nicht akzeptabel. Warum lässt der Präsident es nicht aufkommen? Und genau so schlimm: Warum haben die Massenmedien die Regierung nicht härter angetrieben, was diese Angelegenheit angeht? Besonders nachdem diese Story, von David Willman in den L.A. Times, aufdeckte, dass das Justizministerium den Fokus der Ermittlungen - für fünf Jahre - auf Hatfill hielt, obwohl die Ermittler nie irgendeinen Beweis für eine Verbindung zwischen ihm und den Anschlägen fanden. Viele Experten, die in den Fall involviert waren, gehen jetzt davon aus, dass er nie gelöst wird.
[via The Raw Story]